Brauer-Sylvester

02.10.04 - 20:00 Uhr

ACHTUNG TERMINVERSCHIEBUNG VOM 25.09. AUF DEN 02.10.04 !!

Brauer feiern Sylvester okay, aber im September ??

Einige mögen da, getreu dem Ausspruch von Obelix, denken "die spinnen die Brauer", doch so einfach ist es wohl nicht. Da gibt es durchaus Historisches zu berichten.

Da es bekanntlich in der Zeit vor dem Einbau der ersten Kühlmaschine durch Carl von Linde (1842-1934) in einer Münchner Brauerei (1876) noch keine künstliche Kühlung gab, mußte das Bier durch natürliches Eis kalt gehalten werden. Dieses wurde aus zugefrorenen Weihern durch Hauen gewonnen und in z.T. unterirdischen Bierkellern gelagert, wo es gleichzeitig das Bier kühlte. Nun im Laufe des Sommers wurde dieses Eis zwangsläufig weniger und so endete mit der beginnenden Herbstzeit auch die Kühlmöglichkeit für das Bier. Die letzten Sude wurden also im September gemacht und so gibt es noch heute bei einigen Brauereien den letzten Septembertag als Abschlußtermin für Ihre Sudbücher. Das neue Sudjahr begann mit dem Ersten Oktober.

Der letzte September war für die Brauer ein Feiertag

Nach dem letztjährigem Erfolg der "Jahresabschlußfeier" war die Suche nach einem passendem Pedant natürlich entsprechend mühsam. Der bewährte Doppelpack vom Vorjahr mußte aber dann doch einem Musikvergnügen der besonderen Art weichen:

Da freut sich auch der Enkel: Die Opa's ein zweites mal zu Gast im Sperber-Bräu


"Opa's Jazzband"
OPA'S JAZZBAND ist eine der traditionellen Bands, die sich an die schwarzen und weißen Vorbilder der Zwanziger und Dreißiger Jahre hält. Der originäre Chicago-Jazz lebt aus der impulsiven Beziehung der Musiker zu ihrem Publikum. Gute Laune kommt nicht aus der Steckdose. Die Fans swingen zu kernigen Bläsersätzen ebenso wie zum Rhythmus von Susa- und Megaphon oder Scatgesang. Sie sind begeistert von der Atmosphäre "handgemachter" Musik. OPA'S JAZZBAND wurde gegründet, als man noch vom Wirtschaftswunder sprach. Über die Fernsehschirme flimmerte "Als Opas Bilder laufen lernten". Eine kleine Fangemeinde delektierte sich seinerzeit an der Begleitmusik zur Stummfilmserie. Mittlerweile ist manches Bandmitglied selbst leibhaftiger Opa geworden. Aber die ursprüngliche Musik hält jung. Man spürt im Publikum aller Altersgruppen den Spaß am Anti-Technostandard, die Freude an individuellen Harmonien.
"Musik aus dem Bauch" - das freut vor allem den Bräu

Die Musiker haben sich dem Druck von Professionals bewusst nicht ausgesetzt. Sie wollen Musik "aus dem Bauch für ihr Publikum" machen. Diese Kreativität spornt gegenseitig an. Das Repertoire enthält Stücke von kleinen Gruppen wie Louis Amstrongs Hot Five, Bis Beiderbecke And His Gang bis zu Big-Band-Nummern von King Olivers Dixie Syncopators oder Luis Russel And His Orchestra.