23. März:
Parlamentarischer Abend in Bonn
An diesem Dienstag lud der Bundesverband Privater Brauereien die Abgeordneten des Bundestages in die Baden-Württembergische Vertretung in Bonn ein. In Einzelgesprächen sollten die mittelständischen Brauer ihre Probleme mit den Abgeordneten diskutieren. Dazu wurde ein reichhaltiges Buffet mit speziellen Bieren aus verschiedenen Brauereien gereicht. Der Abend war ein voller Erfolg. Es hatten sich über 140 Abgeordnete angemeldet, die alle einen salzglasierten Tonkrug mit ihrem eigenen eingebrannten Namen mit nach Hause nehmen durften. Der Präsident Pott des Bundesverbandes stellte in seiner Ansprache die Anforderungen an die Politik für die Zukunft heraus. Hier die Zusammenfassung:
Herr Präsident Pott begrüßte alle Gäste aufs Herzlichste und bedankte sich für die hohe Bereitschaft zur Teilnahme am parlamentarischen Abend. In seiner Rede sprach H. Pott als erstes über den Einzelhandel, der durch die zunehmende Globalisierung und durch seine Marktstärke langsam zum Problem für die kleinen Brauer würde. Ganz gezielt werden Brauereien aus dem Markt ausgesperrt, um diese letztlich dadurch zu vernichten. Hier wäre der Gesetzgeber gefordert der weiteren Zusammenschließung entgegenzuwirken. Ein weiteres noch größeres Problem sei die Dose, führte Pott weiter aus. Die Mehrwegindustrie hätte in den vergangenen Jahren mehrere Milliarden DM in Verpackung und Maschinen investiert. Die im Mehrweg stehenden 200.000 Arbeitsplätze seien in Gefahr, wenn die Dose weiter ihren wenig gebremsten Eroberungsfeldzug fortsetze. Zudem fördere die Dose die "Ex und Hopp" Mentalität, verschmutze unsere direkte Umgebung, und sei durch die Lasche die beim Öffnen in das Getränk gedrückt werde wenig hygienisch. Die umweltgefährdende Dose ist selbst bei 1000km Transportweg, im Gegensatz zu einer angenommenen minimalen 25-fachen Wiederbefüllung der Mehrweggebinde, diesen ökologisch unterlegen. Das bestätigen selbst Gutachten der Einwegindustrie. Der Weg des Gesetztes über die Verpackungsverordnung mit einer Einführung eines Zwangspfandes muß daher wie beschlossen greifen. Der alternative Weg wäre nach der Einführung des Pfandes eine EU rechtlich zulässige Lenkungsabgabe für Einweggebinde einzuführen. Pott führte dann weiter aus, daß Bier gesund sei und die Geselligkeit fördere. Die Brauwirtschaft habe durch eine freiwillige Selbstbeschränkung vor allem auf dem Gebiet der Jugendarbeit ihrem Beitrag zum Schutze dieser geleistet. Es sei unverständlich wenn der Gesetzgeber die Verschärfung des Strafmaßes für alkoholbedingte Fahrunfähigkeit vorantreibe, obwohl bewiesen wäre, daß eine Verstärkung der Kontrollen mehr Wirkung zeige.Damit schloß der Präsident seine Ausführungen, und forderte das Auditorium auf, sich in Einzelgesprächen mit diesen Themen auseinanderzusetzen.
Bildanlage 1: Präsident der Bayerischen Privaten Brauereien Herr Schinner (3. v.links) im Gespräch mit Abgeordneten, darunter auch die ehemalige Miss Germany, heute MdB Frau Wöhrl
Bildanlage 2: Mittelständische Brauer umringen den Bundeswirtschaftsminister Herrn Müller (Mitte)
Bildanlage 3: Die Landwirtschaft gibt Schützenhilfe: Bauernbezirkspräsident für die Oberpfalz Herr Kustner (dritter v. links)
Präsidium: Teile des Präsidiums der Deutschen Privaten Brauereien vor der Landesvertretung Baden-Württembergs